Palmöl – das meist angebaute Pflanzenöl der Welt

Palmfrucht

Palmöl und Palmkernöl (Palmfett) werden aus dem Fruchtfleisch und dem Fruchtkern der Ölpalme gewonnen. Mit 30 Prozent Marktanteil ist Palmöl vor Sojaöl das meist angebaute Pflanzenöl der Welt. Die Weltproduktion von Palmöl stieg in den letzten Jahren über 15 % pro Jahr. 2009 wurden weltweit 46 Millionen Tonnen Palmöl produziert, im Jahr 2015 waren es bereits 60 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: 2001 waren es noch 25,6 Millionen Tonnen. (Quelle Wikipedia)

Das aus dem Kern gewonnene Palmkernöl ist in seiner Fettsäure-Zusammensetzung ähnlich dem Kokosfett und lässt sich gut verseifen. Deswegen findet es vorwiegend in Kosmetik- und Reinigungsmitteln in Form von Derivaten (Tenside/Emulgatoren) Verwendung. Das Palmöl, das aus dem Fruchtfleisch gewonnen wird, findet vorwiegend in Lebensmitteln Verwendung. Beliebt ist Palmöl deswegen, weil es das günstigste Pflanzenöl der Welt ist – günstiger als Raps oder Sonnenblumenöl – auch günstiger als Kokosöl. Zudem bringt die Ölpalme – berechnet pro Quadratmeter Anbaufläche wesentlich mehr Ertrag als alle andere Ölpflanzen.

Die wichtigsten Anbauländer

Die wichtigsten Anbauländer für Ölpalmen sind Malaysia und Indonesien mit zusammen über 85 % der Weltproduktion. Indonesien steigerte seine Produktion seit 2002/03 um 66 % und überholte im Wirtschaftsjahr 2005/06 den Marktführer Malaysia. Die Anbauflächen in Malaysia und Indonesien haben sich seit 1990 verzehnfacht. Tendenz weiterhin steigend. Palmöl lag in den Jahren 2013 und 2014 bei mehr als ein Drittel der globalen Pflanzenölproduktion. Über die Hälfte (30,5 Millionen Tonnen) des weltweit produzierten Palmöls stammte aus Indonesien. Laut Greenpeace plant Indonesien, die Plantagen bis 2025 auf weitere 15 Millionen Hektar auszudehnen – vorwiegend auf Borneo.

Die weltweit größte Handelsgesellschaft für Palmöl ist Wilmar International. Weitere südostasiatische Plantagen besitzen Unternehmen, wie Sime Darby, IOI Group und Kuala Lumpur Kepong. Die Hauptabnehmer für Palmöl befinden sich vor allem in Europa und Asien. Dabei stellt Indien vor der Europäischen Union, China und Pakistan den wichtigsten Importeur dar. Vor allem in China und Indien nahm die Nutzung für Lebensmittel sehr stark zu. Allein im Jahr 2006/07 steigerte sie sich um 4,5 % bzw. 1,2 Millionen Tonnen. Dagegen stieg die industrielle Nutzung vor allem durch die Herstellung von Biodiesel um 8,9 % bzw. 710.000 Tonnen. (Quelle Wikipedia)

Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe wurde 2011 das weltweit produzierte Palm- und Palmkernöl etwa zu 68 % für Lebensmittel, ca. 27 % für industrielle Zwecke, wie Reinigungsmittel, Kosmetik, Kerzen und 5 % für die Energiegewinnung verwendet. Die Zahlen haben sich jedoch bis heute (März 2016) um einiges verändert.

Die Verwendung von Palmöl in Deutschland

Palmöl befindet sich in fast jedem zweiten Lebensmittel, wie z. B. in Fertiggerichten, Keksen, Schokoladen, Schokoladenaufstrichen, Müslis, Fertigsoßen und Knabbergebäck. Außerdem in fast allen Kosmetikas und Reinigungsmitteln. Laut der neuesten Recherchen von Greenpeace zählt Deutschland mit jährlich rund 1,4 Millionen Tonnen zu den größten Palmöl-Verbrauchern Europas! Jedoch nicht nur für Lebensmittel, Kosmetik und Reinigungsmitteln. Der Palmöl-Verbrauch erhöhte sich in den letzten Jahren binnen der EU vor allem auch für den Einsatz von „Biosprit“. Er stieg zwischen 2006 und 2012 um 365 Prozent von 402.000 Tonnen auf 1,87 Millionen Tonnen. Der Name „Biosprit“ trügt, denn er hat eine schlechtere Klimabilanz als fossiler Kraftstoff – und erhöht durch die künstlich geschaffene Nachfrage den Druck auf Ökosysteme wie Wälder. (Quelle: Greenpeace Deutschland)

Deutschland zählt mit jährlich rund 1,4 Millionen Tonnen zu den größten Palmöl-Verbrauchern Europas. Jedoch nicht nur für Lebensmittel, Kosmetik und Reinigungsmitteln. Der Palmöl-Verbrauch hat sich in der EU vor allem für den Einsatz von „Biosprit“ oder "Agrosprit" erhöht. Er stieg zwischen 2006 und 2012 um 365 Prozent von 402.000 Tonnen auf 1,87 Millionen Tonnen. Im Jahr 2013 wurden über die Hälfte des in Deutschland verwendeten Palmöls energetisch genutzt und floss vor allem in Dieseltanks.

Für neue Ölpalmplantagen werden weiterhin Regenwälder und Torfmoore zerstört. Hauptverantwortlich ist die Plantagenindustrie. Knapp 40 Prozent der Wälder wurden auf bekannten Konzessionen für die Palmöl- oder Zellstoffproduktion zerstört. Aktuellen Zahlen zufolge ist die Palmölindustrie der Einzelverursacher der Regenwaldzerstörung: Zwischen 2011 und 2013 wurden 20 Prozent der zerstörten Gebiete in Palmölkonzessionen identifiziert. Quelle: Greenpeace

Bildquelle: „Fruit oil palm“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

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