Ökogas-Marktanalyse: Nur 5 % der Angebote sind echt

Ökogas-Marktanalyse: Nur 5 % der Angebote sind echt

Angesichts der aktuellen Diskussionen zur Energiewende und des großen Rückstands in Sachen Wärmewende – grüne Technik hin und her, die Frage der genutzten Ressourcen bleibt bestehen. Selbst die noch so effizienten Erdgas-Brennwerttherme und die effizienten Wärmepumpen brauchen Ressourcen, um Gebäude mit Wärme zu versorgen. Effizienz ist eben "nur" ein Teil der Energiewende, der Rohstoffwandel ist der andere.

Erdgasheizungen dominieren den Markt

Ob im Neubau oder bei Sanierungen im Baubestand, Erdgasheizungen sind nach wie vor die beliebteste Heiztechnik. So unterstreichen Umfragen*1, dass bei einem Heizungsaustausch selten der Brennstoff gewechselt wird. Fast drei Viertel wollen bei einem Heizungswechsel bei ihrem alten Brennstoff bleiben. Knapp die Hälfte der Heizungen im Bestand sind Erdgasheizungen und auch im Neubau setzen knapp 40 Prozent auf Erdgas (Quelle BDEW *4). Allerdings geht der Anteil Erdgasheizungen langsam von Jahr zu Jahr zurück, während Wärmepumpen an Bedeutung gewinnen.
 
Dennoch, angesichts der Lebensdauer von Heizungen von rund 20 Jahren, wird uns fossiles Erdgas uns noch lange begleiten und daher werden auch Alternativen aus erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen. Die Rede ist von Öko- bzw. Biogas.

Wechsel zu Öko-/Biogas im Wärmemarkt

Während Haushalte beim Stromwechsel inzwischen mehr Ökostromtarife zur Auswahl haben als Tarife mit Kohle- und Atomstrom, ist es im Wärmemarkt umgekehrt. Hier sind sogar nur fünf Prozent aller angebotenen Öko- und Biogasangebote wirklich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien und ihre Zahl stagniert seit Jahren. Die große Mehrheit der Öko- und Biogasangebote sind Klimatarife (70 Prozent), die komplett auf fossilem Erdgas basieren und die verursachten CO2-Emissionen lediglich kompensieren. Weitere 25 Prozent sind Beimischprodukte, das heißt bei ihnen stammt nur ein Teil aus erneuerbaren Quellen. Den größeren Anteil hat hier fossiles Erdgas. (s. Grafik*2)
 
80 Prozent des Energieverbrauchs eines typischen Haushalts entfallen auf die Wärme und nur 20 Prozent auf Strom. „Bei der Lebensdauer einer Heizung von meist 20 bis 25 Jahren werden damit im Wärmemarkt ohne eine Energiewende die CO2-Ziele viele weitere Jahrzehnte nicht erreicht“, sagt Florian Henle, Gründer und Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Zwar arbeiteten moderne Heizungen effizienter, doch den wärmebedingten CO2-Ausstoß verändert es laut Analysen des Umweltbundesamtes kaum, da gleichzeitig die Wohnfläche pro Person steigt. „Geräteeffizienz und ein Wandel bei den eingesetzten Ressourcen müssen im Wärmemarkt endlich Hand-in-Hand gehen, so wie es auch im Strommarkt der Fall ist.“
 
Die Agentur für erneuerbare Energien *3 hat errechnet, dass durch eine effizientere Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe vor allem in den Sektoren Strom und Wärme die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden könnten. Die Studienautoren sehen in der Produktion der holzverarbeitenden Industrie, in landwirtschaftlichen Vieh- und Ackerbaubetrieben und in der Abfallwirtschaft viel ungenutztes Potenzial. Werden die Gesamtpotenziale von heimischer Biomasse ins Verhältnis zum Primärenergiebedarf gesetzt, den die Bundesregierung im Energiekonzept bis 2050 anstrebt, könnten der Studie zufolge zwischen 14 bis 26 Prozent des deutschen Primärenergiebedarfs durch Bioenergie gedeckt werden. Der alleinige Beitrag der Reststoffe zum künftigen Energiebedarf würde eine Bandbreite von etwa 8 bis 13 Prozent erreichen.
 
Übrigens gewinnt die Wärmepumpe als alternative Beheizungsart gerade im Neubau an Bedeutung. In fast 28 Prozent aller Wohnungsneubauten werden heute Wärmepumpen installiert.*4 Allerdings sind sie mit Blick auf ihre CO2-Bilanz nur dann umweltfreundlich, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. Denn in einem 3- bis 4-Personenhaushalt verdoppelt eine Wärmepumpe schnell den Strombedarf und damit die hier verursachten CO2-Emissionen.
 
Egal mit welcher Technik also geheizt wird und wie effizient sie ist, die Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energien bleibt bestehen und wird angesichts des steigenden Wärmebedarfs durch die zunehmende Wohnfläche immer wichtiger.
 

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Info: Polarstern unterstützt die weltweite Energiewende in Entwicklungsländern und fördert mit ihren Kunden Micro-Energieprojekte, um Familien in Kambodscha mehr Lebensqualität und eine saubere Energieversorgung zu ermöglichen. 20,- € pro Jahr und Stromkunde helfen den Familien beim Bau ihrer eigenen Micro Biogasanlage. Dieses Engagement ist den drei Polarstern Gründern und allen Mitarbeitern seit Start-Up Zeiten besonders wichtig.

Quellennachweis: Bilder @ Polarstern

 

Fußnoten:

*2 Analyse von Polarstern der auf Vergleichsportalen wie Verivox angebotenen, bundesweiten Gastarife, Stand: November 2017
*3 Agentur für erneuerbare Energien, Hintergrundpapier Renews Spezial 81: Biogene Rest- und Abfallstoffe, veröffentlicht August 2017

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